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Steinernes Kreuz

64757 Rothenberg


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Baudenkmäler

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Am südlichen Ortsausgang Rothenbergs, kurz vor dem Segelfluggelände, stehen am Wegesrand die Reste zweier (?) alter Steinkreuze aus Sandstein. Die Kreuze sind so tief im Boden eingesunken, dass von dem einen nur noch der Kopf zu sehen ist.

Die mündliche Überlieferung besagt, dass sich an dieser Stelle zwei Zimmerleute gegenseitig umgebracht haben. Eine andere Version der Geschichte behauptet, im 16. Jahrhundert sei hier im Streit ein Mann erschlagen worden. Details der Geschichten waren nicht zu erfahren.

Obwohl die Kreuze sicherlich mit Mord und Totschlag in Verbindung stehen, nachprüfbar sind diese beiden Geschichten nicht.

Auch andere Steinkreuze in der Umgebung haben ihre Geschichten. Allen gemeinsam ist: Immer kam jemand gewaltsam zu Tode und in der Regel gibt es keinen urkundlichen Beleg für die Erzählung.

Man weiß heute, dass derartige Steinkreuze als Sühnekreuze zwischen dem 13. und 16 Jahrhundert aufgestellt wurden. Aus den wenigen überlieferten schriftlichen Urkunden schließt man, dass die Errichtung eines Sühnekreuzes am Ort eines Verbrechens Bestandteil eines Sühnevertrages war, der zwischen der Familie des Täters und der Familie des Opfers abgeschlossen wurde. Diese Verträge beinhalten in der Regel Abmachungen über

die Widergutmachung gegenüber den Angehörigen, nicht unwichtig in einer Zeit ohne Versicherungen;

weltliche Bußen wie zum Beispiel besondere Dienste für einen Standesherren, denn dieser hatte einen arbeits- und dienstfähigen Untertanen verloren ;

kirchliche Bußen wie Wallfahrten, Stiftung von Messen und das Setzen eines sichtbaren Zeichens, eines Steinkreuzes.

Warum solch ein Aufwand ...?
Hätte es nicht - wie in späterer Zeit - genügt, den Missetäter zu bestrafen und das eingezogene Vermögen an die Geschädigten zu geben?

Die Erklärung liegt in der Entwicklung des mittelalterlichen Strafrechts. Im frühen Mittelalter war, einer germanischen Tradition folgend, die Bestrafung von Rechtsbrechern Sache der Sippe des Verletzten. Die Strafe war Rache, nicht Sühne. In aller Regel forderte die Rache das Blut des Täters (Faida, Blutrache)

Mit dem Erstarken der Staatsgewalt versuchte der Staat, diesen Privatfehden, die im Ergebnis immer staatsfeindlich waren, Einhalt zu gebieten. Aber selbst Karl der Große konnte die Faida nicht ganz beseitigen. Die Schwächung der Königsmacht in den folgenden Jahrhunderten führte zu einer erneuten Zunahme der Fehden, so dass sich Kirche und Obrigkeit gezwungen sahen, durch Gottes- und Landfrieden regulierend einzugreifen. Die Blütezeit der Sühneverträge und der Steinkreuzaufrichtungen fällt in die Zeit zwischen 1082, dem Jahr des Erlasses des Gottesfriedens von Lüttich und dem Erlass der "Hals- oder Peinliche(n) Gerichtsordnung", der Carolina, , durch Kaiser Karl V., in der das Offizialverfahren gegen Rechtsbrecher eingeführt wird.

In Zeiten, in denen die wenigsten Menschen lesen und schreiben konnten, markieren die Steinkreuze für jeden sichtbar einen Rechtszustand zwischen den Familien des Täters und des Opfers, der von weltlicher und kirchlicher Obrigkeit akzeptiert war.

Mit dem fast völligen Aussterben der Altbevölkerung im 30jährigen Krieg enden meist die Erzähltraditionen, die Erinnerungen an die eigentliche Errichtungsursache eines Kreuzes reißen ab. Geblieben sind Vorstellungen von einem unheimlichen Geschehen, dass mit den Kreuzen in Verbindung gebracht wird. Oftmals entstehen neue, auch konkurrierende Erklärsagen, die in Ereignissen viel jüngerer Geschichte gründen.

In der Umgebung Rothenbergs finden sich weitere Steinkreuze, über die wir berichten werden:
Zum Beispiel: Die Rockenmagd.

Wer über die Rothenberger Kreuze zu erzählen weiß, meldet sich bitte bei Thomas Wilcke und erzählt. Danke
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