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Der Krämersbrunnen

64757 Rothenberg


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Brunnen

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Im Rothenberger Unterdorf, zwischen der evangelischen und der evangelisch-lutherischen Kirche, plätschert das Wasser des Krämerbrunnens in drei Sandsteintröge.
Eine Sandsteintafel über den beiden Röhren beurkundet, dass der Brunnen im Jahr 1886 unter dem Bürgermeister Hanst erbaut wurde. Wer genau hinschaut, bemerkt, dass der ursprüngliche Zusatz 'großh.' (für großherzoglicher Bürgermeister) von unbekannter Hand herausgemeißelt wurde.

Zur Zeit seiner Fertigstellung vor mehr als 100 Jahren bedeutete der Brunnen einen wesentlichen Fortschritt in der Wasserversorgung Rothenbergs, das in der Vergangenheit immer wieder von" Wassernöthen" heimgesucht wurde. Trotz der relativ hohen Jahresniederschlagsmenge von ca. 1000 mm litt der Ort aufgrund seiner Höhenlage (ca. 400 - 500m) auf Buntsandstein immer wieder an Wassermangel: 'Mal versiegten die Brunnen - meist Ziehbrunnen in den Gehöften - ganz, 'mal waren die hölzernen Deichelrohre verrottet, mit denen das Wasser der Quelle(n) oberhalb der Brunnenwiese verteilt wurde In den Notzeiten musste das Wasser dann aus tieferen Lagen, z.B. vom Matzenbrunnen, mühsam auf den Berg geschleppt werden.

Die Gemeindeakten und private Aufzeichnungen berichten immer wieder von Aktivitäten, dem Wassermangel Herr zu werden. Vor allem im Unterdorf ergriffen die Besitzer der Hofreiten die Initiative und buddelten auf eigenes Risiko und eigene Rechnung nach dem lebensnotwendigen Nass.
1881 wurden die Brunnengräber, die im Auftrag des Schmiedes Johannes Foshag (heute Hauptstr, ) arbeiteten, fündig. Der Rothenberger Pfarrer, Emil Kraus, berichtete dem Kreisamt von der Güte der ergrabenen Quelle und teilte mit, dass Foshag gegen Entgelt bereit sei, einen Teil des Wassers in den tiefer gelegenen Dorfbrunnen zu leiten.

Offensichtlich wurde aus diesem Vorschlag nichts, denn 1884 war der Wünschelrutengänger Beraz in Rothenberg tätig, der von der Gemeinde mit der Suche von Quellen beauftragt wurde. Die Beraz'schen Aktivitäten sorgten auch in der überörtlichen Presse für Aufsehen.

Beraz benannte mehrere Stellen im Ortsbereich, an denen ausreichend Wasser zu finden sei. Eine der Stellen wurde ergraben und ersprengt Man fand in etwa 20 m Tiefe tatsächlich Wasser . Der Quellenfinder erhielt dafür den für die damalige Zeit ungewöhnlich hohen Betrag von 400 Mark aus der Gemeindekasse. Noch im gleichen Monat beschloss der Gemeinderat den Bau eines etwa 300 m langen Tunnels. Er verbindet die Quellkammer unterhalb des heutigen Forsthauses mit dem Brunnenstock des Krämerbrunnens.

Während der Bauarbeiten am Krämerbrunnen ging die Leistung des Foshag'schen Brunnens, des Gemeindeziehbrunnens und des Vorgängers des heutigen Bernhardsbrunnens bedenklich zurück. Manche Akten sprechen sogar vom "Versiegen". Man vermutete - sicher zu Recht - die 'Mutterquelle' dieser Brunnen angestochen zu haben. Nach dem Abschluss der Bauarbeiten regulierten sich die Schüttmengen der Brunnen wieder. Es dürfte länger gedauert haben, die in Feindseligkeiten übergegangenen Auseinandersetzungen der jeweiligen Nutzer der Brunnen beizulegen. Kurz nach der Fertigstellung des Krämersbrunnens wird der Bernhardsbrunnen umgestaltet und ausgebaut.

Das Unterdorf hatte jetzt eine - für damalige Verhältnisse - zufriedenstellende Wasserversorgung. Nicht so das Eckbüschel, das Oberdorf ...
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